Mint

Verleihung des MINT 21-Preises 2015

Bildung ist in einem rohstoffarmen Bundesland wie Bayern mit das wichtigste Gut. Bayerische Realschulabsolventen befinden sich momentan in der glücklichen Lage, ihren Ausbildungsplatz frei wählen zu können, kommen doch auf einen Schulabgänger 1.2 Ausbildungsstellen. Um den jungen Menschen Perspektiven in naturwissenschaftlichen Berufen aufzuzeigen und qualifizierte Fachkräfte ausbilden zu können, hat das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst die MINT 21-Initiative ins Leben gerufen. MINT steht dabei für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Unterstützt und gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Unternehmensverband Metall und Elektro e. V., dem Verband der Bayerischen Metall-und Elektro-Industrie e. V., der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Die MINT 21-Initiative wird seit Herbst 2010 an 32 Realschulen umgesetzt. Die Schulen entwickeln dabei neue Methoden, um junge Menschen für Naturwissenschaften zu begeistern und Faszination für deren Grundlagen zu wecken. Dabei steht die Förderung jedes Schüler-Talents im Vordergrund.

Wie geht man vor, damit selbstprogrammierte Roboter laufen? Welche biochemischen Prozesse haben zur Entstehung der Kalkalpen geführt? Mit ganz unterschiedlichen naturwissenschaftlichen Experimenten haben sich Schülerinnen und Schüler an bayerischen Realschulen im MINT-Netzwerk beschäftigt und sich mit ihren kreativen Ideen um den MINT 21-Preis 2015 beworben. Von 48 Einsendungen wurden 8 MINT-Initiativen prämiert.

Die Erzbischöfliche St.-Irmengard-Realschule Garmisch-Partenkirchen wurde für ihr Projekt EMotion ausgezeichnet. Sie führt dieses Projekt, das unter der Schirmherrschaft der Biathlon-Weltmeisterin Magdalena Neuner steht, in Kooperation mit dem Effner-Gymnasium Dachau, dem Lehrstuhl für Didaktik und Mathematik der Chemie der Ludwig-Maximilians-Universtität München und dem Bayerischen Skiverband durch. 20 Schülerinnen aus der 6. Jahrgangsstufe erprobten die Zusammenhänge zwischen physikalischen Konstanten und Outdoor-Aktivitäten, z.B. beim Klettern oder Iglu-Bauen, wendeten Kräuterkunde in Verbindung mit Wissen aus der Chemie an, um Handcremes herzustellen, oder probten Lawinenrettung unter sachkundiger Anleitung der Bergwacht. EMotion löst die traditionellen Unterrichtsformen auf und verlagert das Klassenzimmer an außerschulische Lernorte, wie z.B. das Osterfelder Gebiet in Garmisch-Partenkirchen. Von den Sechstklässlerinnen werden jedes Jahr zwei Schülerinnen als Tutorinnen ausgebildet, die die darauffolgenden EMotion-Gruppen betreuen, so dass bei dem Projekt Schülerinnen von der 6. bis zur 9. Jahrgangsstufe dabei sind. Betreut wird EMotion von den beiden Lehrkräften Susanne Güthoff und Xaver Brunhofer. Für sie sind Teamarbeit und Begeisterungsfähigeit der Mädchen die wesentlichen Motivationsträger von EMotion. „Am besten gefällt mir, dass man durch Teamarbeit Mädchen aus anderen Klassen näher kennenlernt und dadurch neue Freundschaften entstehen“, so die Meinung der 7. Klässlerin Emily Herlinski. Ebenso spielt das Erlernen und vor allem das Anwenden von realitätsnahen Inhalten eine entscheidende Rolle. Für Maria Raßbichler aus der 8. Klasse ist somit die Lawinenkunde besonders wichtig, denn „sie ist nützlich fürs Leben“.

Die Auszeichnung für die Erzbischöfliche St.-Irmengard-Realschule belegt, dass die Lehrkräfte und ihre Schülerinnen mit ihrem EMotion-Projekt einen wichtigen Beitrag zur Förderung naturwissenschaftlicher Talente gerade bei Mädchen leisten. Die Überreichung des Preises erfolgte am 11. 12. 2015 im Rahmen einer Veranstaltung im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München durch Staatssekretär Georg Eisenreich.

Anna-Maria Beck