Alpines Praktikum 9. Klasse

Vor der „Haustüre“ der St. Irmengard-Schulen liegt eine Gebirgswelt, die in ihrer landschaftlichen Vielfalt einzigartig ist. Beim Wandern, Bergsteigen oder Skifahren erleben die Schülerinnen das gewaltige Bergmassiv des Wettersteingebirges und der umliegenden Gebirgszüge.

Die Erschließung des Alpenraumes für den Massentourismus brachte für den Alpenraum zwar wirtschaftlichen Aufschwung, doch wenige Jahrzehnte reichten aus, um aus den Alpen ein europäisches Problemgebiet werden zu lassen.

Um den Schülerinnen der St.-Irmengard-Schulen die besonderen Mensch-Umwelt-beziehungen im Naturraum Alpen und die Gefahren, die ihrer Heimat drohen, unmittelbar vor Augen zu führen, entstand 1987 das Projekt „Alpines Praktikum“.

Auf Exkursionen um das „Basislager“, die Barbara-Hütte im Kreuzeckgebiet, lernen die Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe die alpine Tier- und Pflanzenwelt und deren Anpassungen an lebensfeindliche Umweltbedingungen im Hochgebirge kennen, aber auch die Gefährdung durch Eingriffe des Menschen.

Mit der Natur als Anschauungsmaterial können die Schülerinnen Entstehung und Aufbau der Alpen erfassen und ihre Geologie praktisch untersuchen. Aus der Vogelperspektive beobachten sie Infrastrukturen im Tal, die mit dem Wandel ihrer Heimat zu einem Tourismusort entstanden sind.

Viele Bergunfälle mit oft tödlichem Ausgang sind auf Unkenntnis oder leichtsinniges Verhalten zurückführen. Unter Anleitung von Bergführern lernen die Schülerinnen das sichere Verhalten im Gebirge und meistern unter entsprechender Sicherung und Anleitung auch schwierige Felspassagen. Bestehende Ängste werden durch das behutsame Heranführen an das Klettern, die umfangreiche Sicherheitsausrüstung sowie das Geschick der Bergführer im Umgang mit den Schülerinnen abgebaut.

Zum Konzept des „Alpinen Praktikums“ gehört die Auswahl der Barbara-Hütte als einer Selbstversorgerhütte. Sie liegt genügend abgeschieden, so dass die Schülerinnen während ihres Aufenthalts die Andersartigkeit der Bergwelt erleben, verbunden mit dem Verzicht auf viele Annehmlichkeiten des sonstigen täglichen Lebens. Die Erstellung eines Speiseplans, die Zubereitung des Essens und die Gestaltung des Abendprogramms liegen völlig in der Hand der Schülerinnen. Die übernommene Verantwortung und das Erleben der Gemeinschaft sogar beim Küchendienst, einem zünftigen Hüttenabend, beim Klettern oder einer Nachtwanderung sind für die Schülerinnen ein besonderes Erlebnis, das sich auch positiv auf die Klassengemeinschaft auswirkt.

Die Idee des "Alpinen Praktikums" an den St.-Irmengard-Schulen hat Antoine de Saint- Exupéry in einem Satz ausgedrückt:

„Du bist zeitlebens für alles verantwortlich, mit dem du dich vertraut gemacht hast.“