Chronik der Schule tabellarisch

23. Dezember 1926

Der Gemeinderat von Partenkirchen beschließt einstimmig, das Vorhaben der Armen Schulschwestern, eine Mädchenmittelschule zu errichten, zu unterstützen; die Gemeinde verpflichtet sich, trotz der angespannten Finanzlage einen Zuschuss bis zu 15.000 Reichsmark zu leisten.

12. August 1929

Grundsteinlegung zum Schulhaus- und Institutsneubau der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau »im Auftrage und mit der Vollmacht Sr. Eminenz des Herrn Kardinals und Erzbischofs Michael von Faulhaber durch den Spiritual des vorgenannten Ordens Msgr. Dr. theol. Rudolf Gerg, Päpstlicher Geh. Kämmerer zu Ehren des Dreieinigen Gottes und der Ordenspatrone, der Allerseligsten Jungfrau Maria, des heiligen Augustinus und Petrus Forerius, sowie der heiligen Irmgardis von Chiemsee und Clara von Assisi als Schutzheiligen des Hauses und der weiblichen Jugend unter der Beteiligung zahlreicher Mitglieder des Ordens, Vertreter der Gemeinden des Werdenfelser Landes Partenkirchen und Garmisch, der Bauleute und anderer geladener Gäste«(aus der Urkunde, die im Grundstein eingemauert wurde)»... das große Erlebnis für uns und für den Ort Partenkirchen war allein, dass es nunmehr überhaupt eine Schule für Mädchen gab und wir diese besuchen durften und konnten. Für heutige Begriffe ging alles sehr bescheiden zu, und trotzdem kamen wir uns reich beschenkt und auserwählt vor« (Maria Kroenauer, geb. Ludwig, eingetreten 1930).

30. April 1930

Erster Schultag für 40 Schülerinnen der 1. Klasse und 14 Schülerinnen der 2. Klasse der Höheren Mädchenschule in zwei Räumen der Villa Königsthai (später »Villa Klara« genannt), weil das Schulgebäude noch nicht fertiggestellt war. Die Leitung der Schule wird Sr. M. Gabriele Fries (1930 - 1937) übertragen.

30. August 1930

Einweihung der Schule mit »Irmengardis - Institut« durch Kardinal Michael von Faulhaber in Anwesenheit der kirchlichen Vertreter aus Garmisch und Partenkirchen und der Umgebung, der Bürgermeister beider Orte mit den Gemeinderäten, des Landrats, der Behördenvertreter und vieler Gäste. Drei Tage der »offenen Tür« überzeugten alle Besucher, dass hier eine der schönsten und modernsten Internatsschulen im damaligen Deutschland geschaffen worden war. - Sie erhielt den Titel: Höhere Mädchenschule mit Erziehungsinstitut der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in Garmisch-Partenkirchen. Im Heim konnten 100 interne Schülerinnen aufgenommen werden.

1932

Umbenennung der Höheren Mädchenschulen mit Beginn des Schuljahres 1932/33 in Lyzeum.

1933

Eröffnung der Haustöchterschule (dreiklassige Mädchenmittelschule), einer Schule mit kaufmännischer und hauswirtschaftlicher Ausrichtung; die Abschlusszeugnisse durften mit dem Vermerk der »Mittleren Reife« versehen werden.

Dez. 1937

Für den Nationalsozialismus ist die Vereinheitlichung des Schulwesens ein wichtiges Mittel zur Erreichung seiner Ziele. Hauptform der höheren Schule wird die »Deutsche Oberschule«.

April 1938

68 Höhere Schulen mit Bekenntnischarakter, darunter auch das Lyzeum, erhielten die Mitteilung, dass für sie kein Bedürfnis anerkannt werden könne; sie seien mit Ablauf des Schuljahres 1937/38 zu schließen, d.h. Schule und Internat mussten »stufenweise abgebaut werden«.

1938/39

Mit Beginn dieses Schuljahres durfte keine erste Klasse mehr gebildet werden, die übrigen dürfen nach dem bisherigen Lehrplan hinausgeführt werden, jedoch unter Leitung »eines vom Staatsminister für Unterricht und Kultus ausgewählten Erziehers«, dem auch die Leitung des Internats zu übertragen sei. Die Direktorin, Sr. M. Alipia Kapser, die erst seit Beginn des Schuljahres das Lyzeum leitete, wird abgesetzt. An ihre Stelle trat als Direktor Dr. Karl Wildstarke, der von der staatl. Knaben-Oberschule in Partenkirchen an das Lyzeum abgeordnet wurde. Religionsunterricht und die allmorgendliche Messe in der Hauskapelle werden verboten.

April 1939

Die Gemeinde erhält die Weisung, das Lyzeum als gemeindliche Anstalt (Mädchenoberschule) weiterzuführen und durch Kauf- oder Mietvertrag das klösterliche Schulgebäude in ihren Besitz zu bringen.
Der couragierten Haltung der im Ort sehr angesehenen Oberin und Heimleiterin, Sr. M. Dilecta Emmerich (1930 bis 1939), ist es zu verdanken, dass die Übernahme durch die Gemeinde hinausgezögert werden konnte.